Neuer Schiedsrichter-Rekord in der Saison 24/25

Der Schiedsrichter-Fehlbestand im NFV-Kreis Stade lag in der abgelaufenen Saison auf einem absoluten Tiefstand.

Höhe des Schiedsrichter-Solls

Damit ausreichend Schiedsrichter für sämtliche Spielleitungen zur Verfügung stehen, gibt es im NFV die allgemeine Regelung, dass jeder Verein für jede Mannschaft, wo offizielle Schiedsrichter von den jeweiligen Schiedsrichter-Ausschüssen angesetzt werden werden, genau einen Schiedsrichter stellen muss.

Im NFV-Kreis Stade betrug das Schiedsrichter-Soll in der vergangenen Saison 173. Im Vergleich zur Vorsaison ist dieses um 3,6 % gestiegen. Dies lag aber an dem einmaligen Effekt, dass die 5 Teams der C- und B-Juniorinnen-Kreisliga für eine Saison in den Nachbarkreisen ROW und CUX mitgespielt haben, wo – anders als im NFV-Kreis Stade – Schiedsrichter angesetzt werden. Rechnet man diesen Effekt raus, wäre die Höhe des Schiedsrichter-Solls mehr oder weniger konstant geblieben.

Anzahl Spielleitungen

Allein die Stader Schiedsrichter haben in der letzten Saison 24/25 über 3.600 Spielleitungen wahrgenommen. Ob als Haupt-Schiedsrichter, Assistent, Beobachter oder Pate. Wird diese Zahl durch das Schiedsrichter-Soll von 173 dividiert, ergibt sich ein Quotient von 21. Sprich, hätte der NFV-Kreis Stade exakt die geforderten 173 Schiedsrichter, müsste jeder von diesen Schiedsrichtern genau 21 Spielleitungen wahrnehmen, damit alle Spiele besetzt werden können.

Dass diese Zahl höher als die durchschnittliche Anzahl Spiele der meisten Teams ist, liegt u.a. daran, dass bspw. allein bei einem Spiel in der Herren Kreisliga ein Gespann von 3 Schiedsrichtern anwesend ist und bei einigen Spielen neben dem Haupt-Schiedsrichter auch noch ein Beobachter oder Pate vor Ort ist.

Mindestvoraussetzungen

Um sicherzustellen, dass auch alle Spiele mit Schiedsrichtern besetzt werden, müssen die Schiedsrichter eine gewisse Mindestanzahl an Spielleitungen wahrnehmen, um auf das Schiedsrichter-Soll ihres Vereins angerechnet zu werden. Um außerdem die Qualität der Spielleitungen zu gewährleisten, müssen die Schiedsrichter für die Anrechnung pro Saison eine Leistungsprüfung erfolgreich absolvieren und eine gewissen Anzahl an Fortbildungen besuchen.

Während diese Mindestvoraussetzungen in der Vergangenheit im NFV-Kreis Stade bei starren 10 Spielleitungen und 4 Lehrveranstaltungen lag, wurde zur letzten Saison - durch die Vereinheitlichung des Schiedsrichter-Solls im NFV-Bezirk Lüneburg – folgendes neues flexibleres Stufenmodell eingeführt:

  • Durchführung von 10 Spielleitungen und Teilnahme an 5 Lehrveranstaltungen oder
  • Durchführung von 15 Spielleitungen und Teilnahme an 4 Lehrveranstaltungen oder
  • Durchführung von 20 Spielleitungen und Teilnahme an 3 Lehrveranstaltungen

 

Die Zahlen liegen also fairerweise unter den notwendigen Anzahl von 21 Spielleitungen pro Schiedsrichter. Des Weiteren müssen Schiedsrichter, die erst während der Saison dazustießen, die Mindestanforderungen nur noch anteilig erfüllen.

Anzahl angerechneter Schiedsrichter

Die Anzahl Schiedsrichter, die diese Mindestvoraussetzungen erfüllt haben und für die abgelaufene Saison 2024/2025 auf das Schiedsrichter-Soll ihres jeweiligen Vereins angerechnet wurden, ist auf einen absoluten Rekordwert von 159 geklettert.

In der letzten Saison lag dieser Wert noch bei 117 Schiedsrichtern. Diese enorme Steigerung von knapp 36 % hat zwei wesentliche Gründe:

Erstens die gute Schiedsrichter-Förderung im NFV-Kreis Stade: Jeder Schiedsrichter durchläuft nach seiner Ausbildung ein Paten-Programm. Die Jung-Schiedsrichter werden danach gesondert behandelt. Dadurch haben wir mittlerweile eine extrem hohe Quote an Jung-Schiris, die alle auch selber pfeifen und keine Jung-Schiris, die nur als Assistent losfahren. Dies und viele weitere Punkte führen zu einer guten Schiedsrichter-Erhaltung mit weniger Abgängen.

Zur Wahrheit gehört zweitens aber auch, dass allein 31 neue Schiedsrichter in der abgelaufenen Saison nur angerechnet wurden, weil sie die Mindestvoraussetzungen anteilig erfüllt haben. Diese Schiedsrichter wären in der Vergangenheit nicht angerechnet worden.

Schiedsrichter-Fehlbestand

Legt man das Schiedsrichter-Soll von 173 und die Anzahl angerechneter Schiedsrichter von 159 übereinander, so ergibt sich ein Schiedsrichter-Fehlbestand von nur noch 14 Schiedsrichtern, was ein absoluter Tiefstwert ist.

Werden die Schiedsrichter-Überhänge der Vereine rausgerechnet, bleiben mit 18 Vereinen noch die Hälfte aller Vereine im NFV-Kreis Stade übrig, die einen Schiedsrichter-Fehlbestand von insgesamt 42 Schiedsrichtern aufweisen.

Durch die neuen vereinheitlichten Strafbestimmungen im NFV-Bezirk Lüneburg erhöht sich die Strafe pro fehlendem Schiedsrichter bei diesen Vereinen in der aktuellen Saison 25/26 um 100 Euro. Bei einem weiteren Verstoß in der Saison 26/27, dem dann dritten Verstoß in Folge, droht diesen Vereinen dann zur Saison 27/28 sogar zusätzlich ein Punktabzug zur erhöhten Geldstrafe.

Schiedsrichter-Überhang

Dem gegenüber stehen 7 Vereine, die ihr Schiedsrichter-Soll exakt erreicht haben. 8 Vereine haben ihr Schiedsrichter-Soll sogar vorbildlich übererfüllt und haben somit überdurchschnittlich zu einem geregelten Spielbetrieb im NFV-Kreis Stade beigetragen. Als Dankeschön haben wir den besten dieser Vereine auf dem letzten Schiedsrichter-Lehrabend 3 Derbystar-Bälle mit Netz oder sogar 5 Derbystar-Bälle mit Ballschlauch überreicht. Wenn die Haushaltslage es zulässt, ist auch in der kommenden Saison eine Ball-Prämie angedacht.

Ausblick Saison 2025/2026

Zur aktuellen Saison bleibt das Schiedsrichter-Soll mehr oder weniger konstant und fällt lediglich um 1 auf 172. Dieser Zahl liegen drei Effekte zu Grunde:

  • Die C- und B-Juniorinnen-Kreisliga ist wieder über den NFV-Kreis Stade organisiert, wo keine Schiedsrichter angesetzt werden und somit diese 5 Teams wieder aus der Schiedsrichter-Soll-Berechnung rausfallen.
  • Leider ist die Anzahl Teams um 6 gesunken, vor allem durch 4 Abmeldungen im Herren-Bereich getrieben.
  • Durch die Neubesetzung der U15-Kreisliga kommen 10 Teams in der Schiedsrichter-Soll-Berechnung neu hinzu und gleichen die beiden vorherigen Effekte glücklicherweise einigermaßen aus.
  • Die Besetzung der Herren 1.KK mit Assistenten hat keine Auswirkungen auf das Schiedsrichter-Soll, da jedes Team nur mit 1 in die Berechnung einzählt – unabhängig davon, ob ein Schiedsrichter-Gespann oder ein einzelner Haupt-Schiedsrichter angesetzt wird.

Wird die letzte Saison, in welcher die U15-Kreisliga mit Schiedsrichtern besetze wurde, als Vergleichswert herangezogen, so ist das Schiedsrichter-Soll seitdem von 201 Teams um dramatische 15 % gesunken. Getrieben vor allem durch den Herren- und Junioren-Bereich, während die Zahlen bei den Frauen relativ konstant sind.


Autor: Marcel Baack