10.03.2020

Konstruktiver Austausch zwischen Schiedsrichtern und Trainern

Autor / Quelle: Marcel Baack

Die beiden Kreisliga-Trainer, Rainer Rambow und Carsten Junge, statteten der Schiedsrichter-Fördergruppe einen interessanten Besuch ab.

Zu Beginn dieser Saison 19/20 wurde die Aussprache von Gelben und Roten Karten gegenüber Teamoffiziellen eingeführt. Dies führte vor allem aus den Profiligen seitens der Trainer immer wieder zu dem Vorwurf, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Schiedsrichter sich verschlechtert habe, die Trainer in ihrem Coaching eingeschränkt seien und Schiedsrichter keine Emotionen mehr zuließen. 

Dies brachte den Schiedsrichter-Ausschuss des NFV-Kreis Stade auf die Idee, zwei ausgewählte Trainer einmal mit einer kleinen Gruppe von Schiedsrichtern an einen Tisch zu bringen. Daher statteten die beiden Kreisliga-Trainer Rainer Rambow (VSV Hedendorf/Neukloster II) und Carsten Junge (SSV Hagen) der Schiedsrichter-Fördergruppe, die aus circa 15 motivierten Schiedsrichter-Talenten besteht, bei einem ihrer monatlichen Treffen in Stade einen Besuch ab. So entstand ein sehr unterhaltsamer, interessanter und konstruktiver Austausch zwischen Schiedsrichtern und Trainern.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erläuterte Marcel Baack das Ziel dieses Austausches. Im Vordergrund stand das gute Miteinander im NFV-Kreis Stade weiter zu verbessern, den jungen Schiris Tipps im Umgang mit den Trainer an die Hand zu geben und vor allem Verständnis für das Verhalten des Schiedsrichters bzw. Trainers zu schaffen.

Zu Beginn hatte jeder der Teilnehmer ein vorgegebenes Fehlverhalten eines Teamoffiziellen vor der gesamten Gruppe vorzustellen. Im Anschluss musste er entscheiden, ob er in dieser Situation dem Teamoffiziellen eine gelbe oder rote Karte zeigen würde oder ob er eine mündliche Ermahnung noch als ausreichend ansieht. Somit wurden zu Beginn die notwendigen theoretischen Inhalte an die Teilnehmer vermittelt, in welchen Situationen die Schiedsrichter ein Fehlverhalten wie zu ahnden haben.

Im Anschluss wurden vier Gruppen gebildet. In diesen Gruppen sollten die Teilnehmer jeweils herausarbeiten, was derzeit bereits gut läuft und in welchen Bereichen es Verbesserungspotential gibt und wie dies in Zukunft umzusetzen wäre. Die beiden Coaches bildeten dabei die erste Gruppe "Verhalten Schiedsrichter ggü. Trainern". Die Schiedsrichter der Fördergruppe bildeten die folgenden drei Gruppen: "Verhalten Trainer ggü. Schiedsrichtern während des Spiels", "Verhalten Trainer ggü. Schiedsrichtern vor dem Spiel" und "Verhalten Schiedsrichter ggü. Spielern während des Spiels".

Als nächstes stellten die Gruppen ihre Ausarbeitungen nacheinander vor und es entwickelte sich eine tolle konstruktive Diskussion zwischen den Beteiligten. Es herrschte am Ende allgemeine Einigkeit darüber, dass bei einem eindeutigen unsportlichen Verhalten seitens der Trainer, der Schiedsrichter gar keine andere Möglichkeit hat, als mit einer Karte einzugreifen und so für alle Beteiligten auf dem Platz auch die nötige Transparenz seitens einer Bestrafung gegenüber dem Trainer besteht. Des Weiteren hat kein Schiedsrichter vor, die Trainerarbeit einzuschränken. Trainer sollen weiter fachlich ihr Team motivieren und auch Emotionen zeigen. Es muss nur auf beiden Seiten immer der Respekt gegenüber dem anderen gewahrt werden. Außerdem wurde noch einmal betont, wie wichtig die Kommunikation zwischen Trainer und Schiedsrichter ist. Somit sollen Schiedsrichter weiterhin und ggf. vermehrt von einer deeskalierenden mündlichen Ermahnung Gebrauch machen, damit es gar nicht erst zu einer gelben und roten Karten kommt.

Sowohl Rainer und Carsten als auch die Schiedsrichter der Fördergruppe, waren sich einig, dass dies eine gelungene Runde war und die am Anfang gesteckten Ziele dieses Austausches auf jeden Fall erreicht wurden. Des Weiteren solle solch ein Austausch in Zukunft regelmäßiger mit verschiedenen Trainer stattfinden. Wir danken Rainer und Carsten, dass sie sich die Zeit genommen haben.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 22.03.2020